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Mit dem Warum anfangen

November 2010

Ich bin kürzlich auf ein Video gestossen, in dem Simon Sinek die Frage diskutiert, weshalb die Firma Apple so beliebt und erfolgreich ist. Ohne Zweifel bringt Apple Produkte auf den Markt, die in aller Munde sind. Viele Fans haben Schlange gestanden, um zu den ersten stolzen Besitzern eines i-Phones zu gehören. Die meisten Kids wollen ihre mp3 ausschliesslich auf dem i-Pod hören. Dass das Ding bei ähnlicher Klangqualität doppelt so teuer ist wie Konkurrenzprodukte, scheint niemand zu stören. Es hat sogar den Anschein, dass ein exklusiver Preis erwartet wird.

Apple ist eine Computer- und Softwarefirma wie viele andere. Sie haben den gleichen Rohstoffmarkt, Zugang zu den gleichen Arbeitskräften, verkaufen im gleichen Umfeld. Aber was macht Apple anders?

Simon Sinek ist zu dem Schluss gekommen, dass die Erfolglosigkeit oder auch das Mittelmass der allermeisten Unternehmen darin begründet liegt, dass sie auf das »Was« fokussieren. Sie sagen den Kunden (und ihren Angestellten), was sie verkaufen wollen, und dann heisst es schlicht »Friss oder Stirb«. Ähnlich ist es in der Gesundheitsfürsorge. Jemand bietet Massagen an oder Reiki oder eine Schönheits-OP. Und er stellt genauso das »Was« in den Vordergrund - so machen es schliesslich (fast) alle. Damit erreicht man jedoch nur einen Bruchteil der Leute - nämlich die, die ein bestimmtes Produkt (»Was«) suchen und dann unter den Anbietern auswählen. Sind sich solche Sucher eigentlich im Klaren, warum sie etwas haben wollen? Warum sie wirklich etwas haben wollen? Ist dem Anbieter eigentlich klar, warum er etwas anbietet? Warum er es wirklich anbietet?

Sinek hat festgestellt, dass es bei den meisten Vertretern des Mittelmasses genau an dieser Klarheit im »Warum« fehlt bzw. dass das »Warum« nicht wirklich anziehend ist.

Bei Apple & Co. wie auch bei verschiedenen grossen Führern hatte das »Was« nie im Fokus gestanden. Die ganze Orientierung lief genau anders herum. Sie alle (die Wenigen ...) haben immer mit dem »Warum« angefangen. »Warum« war der Antrieb für alles.

Warum -> Wie -> Was

Steve Wozniak und Steve Jobs wollten die Sichtweise ändern, die ihre Mitmenschen auf die Welt hatten. Sie wollten die Menschen zu unabhängigen Unternehmern machen, die als Individuen das schaffen sollten, was sonst nur grossen Unternehmen vorbehalten blieb. So haben sie nach einem »persönlichen Computer« gesucht, den sie den Menschen dafür auf den Weg geben konnten und dafür Apple gegründet.

Apple war in diesem Sinn also anders. Apple hat anders über Computer gedacht (»Think differently«). Steve und Steve haben das konventionelle Denken herausgefordert. Steve und Steve haben inspiriert. Sie haben mit dem »Warum« begonnen. In Rekordzeit ist aus dem kleinen Betrieb ein 1 Mrd. Dollar Unternehmen mit über 3000 Mitarbeitern geworden.

Zwar gibt es Software- und Computerunternehmen mit mehr Umsatz und mehr Angestellten, aber auch die schauen darauf, was Apple neues herausbringt. Und machen wir uns nichts vor. Die Kunden jener Unternehmen folgen den Riesen nicht weil sie wollen - sie folgen weil sie glauben sie müssten.

Bei Apple hingegen zieht das »Warum« die Klienten an. Denn Inspiration ist sexy. Inspiration ist sympathisch. Inspiration ist eben anziehend. Das Produkt ist eigentlich eine Nebensache. Die Menschen kaufen Apple, weil sie glauben, woran Apple glaubt. Die Menschen folgen Apple, weil sie Apple folgen wollen. Sie kaufen Apple nicht wegen des Produkts sondern allein aus dem Grund, weshalb Apple das Produkt gemacht hat.

Ich finde das beruhigend. Denn es kommt gar nicht mehr darauf an, WAS ich mache. Es kommt einzig darauf an, warum ich etwas mache. Es spielt absolut keine Rolle, dass ich Ingenieur bin. Es spielt absolut keine Rolle, dass ich Reiki unterrichte. Der Sinn meiner Betätigung liegt einzig im Kontakt mit Leuten, die an das glauben, woran auch ich glaube. Es geht überhaupt nicht darum, Leute zu finden, die etwas benötigen, was ich habe. Es geht darum Leute zu treffen, die sein wollen anstelle von haben wollen.

Warum bin ich Ingenieur? Weil es mir Spass macht, etwas zu kreieren, dass die Lebensqualität verbessert. Warum unterrichte ich Reiki? Weil ich glaube, dass sich jeder Mensch selbst aus dem Sumpf ziehen muss, und dass sich mit Verständnis und Klarheit auch jeder Mensch selbst aus dem Sumpf ziehen kann. Es begeistert mich, andere Menschen ihrem Potential näher zu bringen.

So lebe ich einen Traum anstelle eines Planes. Ich freue mich auf jede Inspiration durch die Freunde, die mich in meinem Traum begleiten und denen auch ich ein passender Begleiter in ihrem Traum bin. Wenn ich meinen Traum lebe, wird die Praxis dieser Freundschaften dem ganzen Erleben einen Sinn geben und spirituellen Frieden schaffen.

Für den heutigen Tage wünsche ich Dir Klarheit und Inspiration auf Deinem »Warum-Weg«, und dass Du Führer hast oder Führer findest, denen Du folgen willst. Denn diese sind besser als jene, denen man glaubt, folgen zu müssen.

Mehr von Simon Sinek:

Video - Warum gute Führer wollen, daß du dich sicher fühlst [Englisch]

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